Internet Explorer 7 – Microsofts Revolution des Browsers

Holger Blessenohl

Der Internet Explorer 7 war eine Revolution. Doch um das zu verstehen, müssen wir zunächst den Vorgänger betrachten. Zu den erfolgreichesten Webbrowsern aller Zeiten muss definitiv der Internet Explorer 6 gezählt werden. Mit ihm ist es Microsoft gelungen, den jahrelang tobenden Browserkrieg mit einer totalen Niederlage des Netscape Navigator zu beenden. Noch heute ist das Web voll mit Uralt-Seiten auf denen „Optimiert für den Internet Explorer“ zu lesen ist, da dieser zahlreiche eigene Webformate eingeführt hatte, die nur der Microsoft-Browser IE interpretieren konnte.

Aus dem Netscape Navigator wird Firefox

Netscape Communications verschenkte in der Folge den Programmcode als OpenSource und koordinierte die Gründung der Mozilla Foundation, die aus den Überresten des Navigators u.a. den heutigen Mozilla Firefox weiterentwickelten. Der Internet Explorer 6 hingegen wurde für viele Jahre der führende Standard in der Browsertechnologie. Der am 27. August 2001 als Internet-Browser für Windows XP veröffentlichte IE6 konnte sich ganze fünf Jahre lang als Microsofts Nr. 1 halten.

Internet Explorer 6

Internet Explorer deinstallieren - Bild für Bild

Der lange Weg vom Internet Explorer 6 zum Internet Explorer 7

Wie sicher sich Microsoft dabei war, zeigt die Tatsache, dass die Entwicklungsabteilung für den Internet Explorer schon kurz nach der Veröffentlichung des Internet Explorer Updates auf Version 6 auf eine kleine Rumpfmannschaft zusammengestrichen wurde, die fortan nur noch Sicherheitsfixes veröffentlichte. 2003 verkündete Microsoft dann sogar, dass die Entwicklung des Internet Explorers als eigenständiges Programm abgeschlossen sei und neue Versionen künftig nur noch als Teil des Betriebssystems weiterentwickelt werden sollen. Von dieser Position rückte Microsoft erst 2005 wieder ab, offensichtlich unter dem Eindruck rapide fallender Marktanteile zugunsten des immer stärker werdenden Mozilla Firefox. Es dauerte dann aber immer noch ein Jahr, bis der Internet Explorer 7 gemeinsam mit der neuen Plattform Windows Vista erschien.

Versionsvergleich Internet Explorer 6 – Internet Explorer 7

Der Internet Explorer 7 erschien am 19.10.2006 und machte so ziemlich alles anders als der Internet Explorer 6. Der ursprünglich schnellste Browser war in den fünf Jahren zum langsamsten geworden, hatte mit Funktionen überladene Menüs und Symbolleisten und bot kein Tabbed Browsing, kein eigenes Suchfeld und beherrschte die meisten neueren Webtechnologien nicht mehr. Mit einem Wort: Der Internet Explorer 6 hatte sich in fünf Jahren zu einem Anachronismus entwickelt.

Internet Explorer 7

Mit dem Internet Explorer 7 fand Microsoft auf einen Schlag wieder Anschluss an die aktuellen Browser. Die grafische Oberfläche präsentierte sich in schickem minimalistischem Layout fast völlig ohne Symbolleisten, neben dem Adressfeld war ein neues Suchfeld, wie man es vom Firefox schon lange kannte, und auch das Öffnen verschiedener Tabs (beim Internet Explorer heißen sie nun Registerkarten) beherrschte der neue Internet Explorer 7. Auch bei der Sicherheit, zuletzt einer der größten Kritikpunkte am Vorgänger IE6, hatte Microsoft nachgebessert. So gab es einen Phishing-Filter und die Möglichkeit persönliche Daten wie Passwörter mit einem Klick zu löschen. Wohl auch um die große Bedeutung des Versionssprungs zu verdeutlichen, änderten die Redmonder sogar den Namen von Microsoft Internet Explorer in Windows Internet Explorer. Lediglich bei der Unterstützung neuer Webstandards stellte der IE7 trotz besserer CSS2-Kompatibilität leider keinen großen Fortschritt dar, hier mussten die Fans bis zum Internet Explorer 8 warten, der als erster Internet Explorer den Acid2-Test bestanden hat. Der derzeit aktuelle Internet Explorer Download ist der IE 9, aber der Internet Explorer 10 steht bereits in den Startlöchern. Beide bieten volle HTML5-Kompatibilität im Gegensatz zum Internet Explorer für XP.

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